In den vergangenen Jahren hat sich ein besorgniserregender Trend in Schwimmbädern und im Straßenverkehr abgezeichnet: Eltern, die während des Badebesuchs oder beim Überqueren von Straßen mehr Aufmerksamkeit ihren Smartphones als ihren Kindern widmen, gefährden die Sicherheit des Nachwuchses.
Kinder können innerhalb kürzester Zeit in Gefahr geraten, insbesondere in Wasserumgebungen. Ertrinken zählt zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern unter fünf Jahren. Dabei verläuft das Ertrinken oft leise und unbemerkt, da Kinder nicht in der Lage sind, durch Rufen auf sich aufmerksam zu machen.
Maßnahmen der Schwimmbäder
Um diesem Problem entgegenzuwirken, haben zahlreiche Schwimmbäder Maßnahmen ergriffen. In Hamburg beispielsweise werden Eltern, die ihre Aufsichtspflicht trotz Ermahnungen ignorieren, des Bades verwiesen. Flyer mit Hinweisen wie „Handys in der Tasche verstauen“ und „Das Kind nicht aus den Augen lassen“ sollen zusätzlich sensibilisieren.
Gefahren durch abgelenkte Eltern im Straßenverkehr
Die Ablenkung durch Smartphones stellt nicht nur in Schwimmbädern, sondern auch im Straßenverkehr eine erhebliche Gefahr dar. Unaufmerksamkeit und Ablenkung sind die häufigsten Unfallursachen im Straßenverkehr. Im Jahr 2022 ereigneten sich in Österreich 10.176 Ablenkungsunfälle, bei denen 9.290 Personen verletzt und 76 getötet wurden.
Besonders alarmierend ist, dass bei Unfällen mit Kindern häufig Erwachsene die Hauptverursacher sind. In 69 Prozent der Fälle sind unaufmerksame Erwachsene, oft abgelenkt durch Smartphones, für die Unfälle verantwortlich.
Appell an die Eltern
Die Verantwortung für die Sicherheit der Kinder liegt primär bei den Eltern. Es ist essenziell, während des Badebesuchs oder im Straßenverkehr die volle Aufmerksamkeit auf die Kinder zu richten und Ablenkungen durch Smartphones zu vermeiden. Nur so können gefährliche Situationen verhindert und die Sicherheit der Kinder gewährleistet werden.
Einige Schwimmbäder erwägen sogar, die Nutzung von Smartphones in bestimmten Bereichen komplett zu untersagen, um die Aufmerksamkeit der Eltern auf ihre Aufsichtspflicht zu lenken. Allerdings wird ein generelles Handy-Verbot als schwer durchsetzbar angesehen.